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COUP

29. Oktober, 20:00

CoupSommer 1988: Ein 22-jähriger Bankangestellter raubt seiner Bank Millionen. Aber nicht mit Pistole und „Hände hoch“, sondern indem er eine Sicherheitslücke entdeckt und mit einem ausgetüftelten Coup die Beute zur Seite schafft. Mit dem geklauten Geld setzt er sich nach Australien ab. Sein Leben als Millionär kann losgehen. Doch seine große Liebe will nicht mit dem gemeinsamen Sohn nachkommen. Die wachsende Sehnsucht nach seinem Kind wird immens. “Ich habe das Geld doch für euch geklaut! Für uns! Was mach’ ich denn jetzt?”

Hätte Regisseur und Drehbuchautor Sven O. Hill die Geschichte erfunden, würde man wohl auf eine etwas plumpe Fantasie tippen, nach dem dritten Bier in fröhlicher Kneipenrunde lässig auf einen Bierdeckel skizziert. Aber die Story ist wahr. Sie beruht auf dem Bankenbetrug eines Hamburgers, der sogar im Bild erscheint, nur sein Name wurde geändert. Der bislang auf Dokumentationen spezialisierte Filmemacher hatte über ein paar Ecken von der damals tunlichst unter der Decke gehaltenen Kriminalgeschichte gehört und sich mit dem ehemaligen Bankräuber in Nadelstreifen getroffen. Der zeigte sich äußerst redefreudig in seiner immer noch schnoddrigen Art, gab mehrere Interviews und ließ sich sogar filmen. Sein Kommentar läuft auf der Tonspur quasi durch, auch während der Spielszenen, in denen Schauspieler Daniel Michel als 30 Jahre jüngeres Alter Ego des milde bestraften Mannes fungiert.

„Spielfilm mit Doku und Animation“ nennt der Filmemacher seinen Genremix. Allzu viele Bilder hatte der Gauner damals natürlich nicht von seinem Coup gemacht. Also stellte man die Szenen mit Schauspielern nach, was außerdem Spielräume für fiktive Freiheiten und einen ganz eigenen Humor erlaubte. Und wenn mal eine Szene höchstens mit budgetsprengendem Aufwand zu rekonstruieren gewesen wäre, sprang Animator Xaver Böhm ein. Seine Zeichnungen sind leicht karikierend zugespitzt, nehmen aber insgesamt die ausgewaschenen Farben des filmischen Looks auf. Der erinnert immer ein wenig an die Ästhetik damaliger VHS-Kameras, nur dass das vom Regisseur selbst geführte Aufnahmegerät vergleichsweise wenig wackelt.

D, 2019

Details

Datum:
29. Oktober
Zeit:
20:00

Veranstaltungsort

Cine City Verden
Zollstraße 1
Verden, 27283 Deutschland
+ Google Karte
Telefon:
04231 95 29 709
Website:
http://www.cine-city.de