Verdener Kommunalkino zieht positive Bilanz des vergangenen Kino-Jahres – Wieder mehr Zuschauer

Ein Foto von der Preisverleihung an die Gewinner des Kurzfilmfestivals Filmsalat 12 in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin im letzten Jahr

Ein Foto von der Preisverleihung an die Gewinner des Kurzfilmfestivals Filmsalat 12 in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin im letzten Jahr

Durchschnittlich rund 66 Zuschauer haben im letzten Jahr die 44. Filmabende des Verdener Kommunalkinos besucht. Damit konnten die Verdener Cineasten erstmals seit vier Jahren wieder einen Anstieg ihrer Besucherzahlen verzeichnen. Dass das so war, lag vor allem an einer ganzen Reihe von ausgezeichneten Filmen, die das Kommunalkino immer mittwochs um 20 Uhr auf die Leinwand des Cinecity brachte. Gleich acht dieser ausgesuchten Filmperlen konnten sogar mehr als Hundert Zuschauer verbuchen. 177 Zuschauer sahen beispielsweise am 20. März „Die Frau des Nobelpreisträgers“, ein schwedisch-US-amerikanisches Filmdrama über Joan Castleman (dargestellt von Glenn Close), die ihren Ehemann Meg Wolitzer zu der Verleihung des Literatur-Nobelpreises nach Stockholm begleitet und in jungen Jahren selbst eine vielversprechende Autorin war, ihre eigene Karriere jedoch der ihres Mannes untergeordnet hat. Bei den Golden Globe Awards 2019 wurde Close dafür als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet und erhielt im Rahmen der Oscarverleihung 2019 eine Nominierung als beste Hauptdarstellerin.

Auch „Der Trafikant“ mit Bruno Ganz in seiner letzten Rolle (166 Zuschauer), „Edie – Für Träume ist es nie zu spät“ (165), „Deutschstunde“ nach dem Roman von Siegfried Lenz (164) und „Van Gogh – An der Schwelle der Ewigkeit“ mit Willem Dafoe in einer oscarwürdigen Performance als von Depressionen geplagter Vincent van Gogh, der in Arles seine ikonischsten Gemälde schafft, gehörten zu den Besuchermagneten des vergangenen Koki-Jahres. Für die gelungene Auswahl der Filme erhielten Verdens Cineasten bei der Filmprogrammnreisverleihung der Nordmedia immerhin eine lobende Erwähnung.

Dagegen noch in den Kinderschuhen steckt die Kinder- und Jugendfilmreihe des Cineastenvereins, die es seit nunmehr eineinhalb Jahren gibt. Hier lag der Schnitt bei rund 20 Besuchern pro Film. Mit Ausnahme der Ferienzeiten liefen die Filme an jedem zweiten Sonntag im Monat um 17.30 Uhr im Cinecity. Insgesamt wurden neun Filme gezeigt. Die mit Abstand meisten Zuschauer hatte am 8. Dezember „Elliot – Das kleinste Rentier“, ein atemloser Animationsfilm von Jennifer Westcotts, der mit seiner bunten Bilderflut bei 115 Besuchern für vorweihnachtliche Stimmung sorgte – auch Dank einer Kooperation mit dem Verdener Rotary Club, der allen Besuchern freien Eintritt sowie eine Tüte Popcorn und ein Freigetränk spendierte. Eine tolle Aktion, für die insbesondere größere Familien außerordentlich dankbar waren.

Eine Kooperation gab es auch mit der Verdener Frauenberatungsstelle, mit der am 27. März der Film „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ gezeigt wurde. Die Mitgliederzahl des Vereins liegt weiterhin konstant bei 46. Ein Drittel davon nimmt an den monatlichen Programmausschusssitzungen des Vereins teil, bei denen jedes Mitglied ein Vorschlagsrecht hat. Hier wird es künftig allerdings eine Änderung geben: Statt dienstags treffen sich die Koki-Mitglieder nunmehr jeden ersten Mittwoch im Monat um 18.30 Uhr im Cinecity, um die Filmauswahl für den übernächsten Monat festzulegen. Im August diesen Jahres planen die Cineasten im Zusammenwirken mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Verden ein Open Air Kino. Ob dies wie geplant stattfinden kann, steht wegen der andauernden Corona Pandemie ebenso in Sternen wie die Fortsetzung des regulären Koki-Programms. Vorerst bis nach Ostern hat das Kommunalkino seine wöchentlichen Filmabende ausgesetzt.

Als besonderes Highlight des vergangenen Jahres bezeichnete der einstimmig wiedergewählte 1. Vorsitzende des Vereins, Jürgen Menzel, die Preisverleihung an die Gewinner des Kurzfilmfestivals „Filmsalat 12“ am Rande der Berlinale in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin – im Beisein der Preispaten: Die Landtagsabgeordnete Dr. Dörte Liebetruth, Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann und der Vorsitzende des Kulturausschusses der Stadt Verden, Werner Meincke. „Es war ein ausgesprochen würdevoller Rahmen, in dem wir die Preise übergeben konnten“, freute sich Menzel, der allen Mitwirkenden noch einmal ganz herzlich dankte. Bei den jährlich anstehenden Vorstandswahlen waren sich die Anwesenden schnell einig. Neben Jürgen Menzel als Vorsitzenden wurden auch sein Vertreter, Hans-Rainer Strang, und Kassenwart Manfred Pehling einstimmig wiedergewählt. Neu im Kreise des Vorstands ist die Pressesprecherin des Vereins, Friederike Vasen, die Juliane Böcker-Storch auf deren persönlichen Wunsch hin ablöst. Ein besonderer Dank des Vorsitzenden für die gute Zusammenarbeit galt neben der scheidenden Pressewartin auch dem Betreiber-Ehepaar des Cinecity, Kim und Christian Müscher, sowie der Stadt Verden, die für beide Filmreihen des Kommunalkinos Ausfallbürgschaften übernimmt.